Was ist onkologische Hyperthermie?
Die medizinische Hyperthermie ist ein ergänzendes Behandlungsverfahren und wird in verschiedenen Indikationen in der Onkologie eingesetzt. Sie findet Anwendung z.B. bei der isolierten Extremitätenperfusion und der hyperthermen intraperitonealen Chemoperfusion (HIPEC) sowie bei der ultraschallvermittelten oder Radiofrequenzablation (z.B. bei Lebermetastasen mittels Punktion). Nichtinvasiv sind die Ganzkörperhyperthermie, die allerdings mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein kann, und die regionale Tiefenhyperthermie, die in unserer Praxis als zusätzliche Antitumortherapie eingesetzt wird.

Das biologische Prinzip aller dieser Verfahren besteht in einer thermischen Schädigung des bösartigen Tumorgewebes im definierten Zielbereich. Durch die lokal umschriebene Erhitzung werden die Tumorzellen entweder direkt letal geschädigt (Zerstörung lebenswichtiger Eiweiße, z.B, bei Verfahren der Thermoablation) oder es kommt zu Störungen verschiedener Zellfunktionen, die wiederum die Empfindlichkeit gegenüber anderen Behandlungsmaßnahmen wie Chemotherapie, Bestrahlung, Immuntherapie) erhöht. Häufig kann durch die Hyperthermie eine bereits eingetretene Chemotherapieresistenz überwunden werden.
Daher wird die Regionale Tiefenhyperthermie in der Regel nicht als alleinige Behandlung, sondern in Kombination mit anderen Therapieformen eingesetzt.
Einsatzgebiete
Die Hyperthermie kann in bestimmten Situationen ergänzend eingesetzt werden, zum Beispiel in Kombination mit:
- Strahlentherapie
- Chemotherapie
- Immuntherapie
- individualisierten Therapiekonzepten
Ziel ist es, die Wirksamkeit dieser Behandlungen zu verstärken und dadurch die Erfolgsaussichten der Gesamttherapie zu optimieren.
Ablauf der Behandlung
Bei der Behandlung mittels Regionaler Hyperthermie wird die betroffene Körperregion (Tumorzielgebiet)zwischen zwei gegenüberliegenden Applikationselektroden gelagert. Das Zielgewebe wird dann mittels elektromagnetischer Wellen mit einer Frequenz von 13,56 MHz (Radiowellen) nach dem Prinzip der kapazitiven Kopplung erhitzt. Empfohlen wird ie Behandlung über eine Stunde zweimal pro Woche. In der Praxis stehen zwei Geräte (Oncotherm EHY 2000; Celsius TCS) zur Verfügung.